Eine Frühstücks-Entscheidung

 
„Wie viel Eier möchtest du zum Frühstück“, wird Petra jeden Sonntagmorgen von ihrem Freund Christian gefragt. Schon allein die Formulierung regt sie auf. Schließlich weiß sie noch gar nicht, ob sie überhaupt ein Ei möchte. Christian ignoriert diese Entscheidungsvariante grundsätzlich. Er ist Frühstücksei-Liebhaber und für das Eierkochen zuständig. Ihn nerven ihre ewig dauernden Entscheidungsprozesse. Obwohl es eigentlich eine einfache Sache ist, wägt Petra Ihre Bedürfnisse nach aktuellem Appetit, Kalorien, Gesundheitsaspekten und Stimmung gegeneinander ab  - jedes Mal aufs Neue.  Dafür bekommt sie widerwillige Aufmerksamkeit, da sie die Arbeit des Eierkochens verzögert, beziehungsweise nur unter Druck und nach mehrmaliger Aufforderung endlich entscheidet.  Das Gute-Laune-Frühstück wird zum Schweige-Frühstück.
 
Schließlich findet sie eine Lösung. Sie entscheidet sich für eine Standardantwort, die für die meisten Fälle funktioniert und legt sich auf die 1-Ei-Variante fest.
 
Christian weiß nun, was er zu tun hat und kann sich ungehindert den Frühstücksvorbereitungen widmen. Der Sonntagmorgen beginnt entspannt. Sollte Petra das bestellte Ei mal nicht essen, entsteht kein Problem. Denn dieses kleine gelb-weiße Lebensmittel verschwindet spätestens beim Abräumen im Magen des Eier- und Entscheidungs-Liebhabers Christian.
 
Vielleicht haben Sie andere alltägliche Entscheidungen zu treffen. Über zwei Fragen lohnt es sich von Zeit zu Zeit nachzudenken: Wie viel Entscheidungen können Sie standardisieren? Welche schnellen Entscheidungen machen Ihr Leben einfacher? Mehr unter www.aendere-dich.de
 
Heidi Prochaska
(Beratung und Coaching - www.aendere-dich.de)


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