Kolumne – Bilanzfrisur

Große Freude kommt bei mir als Unternehmer immer dann auf, wenn ein neuer Monat oder gar ein neues Jahr anbricht. Der neue Zeitabschnitt ist noch ganz frisch und ich bin optimistisch, was ich alles in dieser Periode werde erreichen können.

Ein paar Wochen später kommt dann die Ernüchterung, dass ein Projekt gestoppt wurde, andere Pläne nicht realisiert werden können oder ein Kunde gerade andere Prioritäten hat und abspringen muss. Ersatz für die Aufträge muss erst akquiriert werden und das gelingt selten binnen eines Monats.

Das kann einem ganz schön die Bilanz verhageln, weil die laufenden Kosten ja weiterlaufen und auch Steuern wie Abgaben bezahlt werden müssen. Auch die Akquise kostet Geld, das in den meisten Fällen nicht sofort zurückfließen wird. Da könnte man doch leicht versucht sein, seine Firmenbilanz ein wenig gerade zu rücken. Positionen aus guten Monaten in weniger optimale zu verschieben oder Kurven zu zeichnen, die stetig aufwärts zeigen, was jedoch nicht den Tatsachen entspricht.

Solange man das nur für sich selbst macht, ist es nur ein hoffnungsloser Selbstbetrug. Fügt man solche geglätteten Datenreihen in sein eigenes Marketing ein und gibt die Zahlen dann an Kunden weiter, kann die Sache brenzlig werden. Da muss noch nicht einmal die Steuerfahndung Wind von bekommen.

Bleiben Sie bei den korrekten Zahlen, auch bei Rückschlägen, auch in schlechten Monaten. Gewinnen Sie aus den realen Zahlen die Kraft und die Einsicht, die folgenden Zeitabschnitte besser zu gestalten. Das wünsche ich Ihnen

Dieter E. Gellermann

www.d-e-g.de

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